Heilpädagogische Diagnostik
Ziel der heilpädagogischen Diagnostik ist es, die bestmögliche, individuelle und passgenaue Entwicklungs- und Förderperspektive − den bestmöglichen Rückenwind – für Ihr Kind zu erstellen
Dafür wird zunächst der aktuelle Entwicklungsstand Ihres Kindes ermittelt:
Informationen aus Anamnese und Gesprächen, aus gezielten Beobachtungen und ergänzend individuell gewählten Testverfahren werden miteinander ausgewertet.
Die sich hieraus ergebenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für die Erstellung eines passgenauen Förderplans – um Ihr Kind in der Entwicklung seiner Persönlichkeit bestmöglich und nachhaltig zu unterstützen.
Heilpädagogische Diagnostik ist lösungs- und ressourcenorientiert: der Fokus wird nicht auf die Schwächen (Defizite) Ihres Kindes, sondern auf das Herausarbeiten der Stärken (Ressourcen) gelegt.
Häufig werden vorhandene Ressourcen so sehr bedeckt und überlagert, beispielsweise bei einem herausfordernd gezeigten Verhalten, dass weder das Kind noch sein Umfeld etwas von diesen Ressourcen bemerkt.
Bei etwa häufig ‘auffälligem‘ oder ‘störendem‘ Verhalten liegt ein auf das Problem gerichteter Blick nahe – so wird der Blick auf eine mögliche Lösung verdeckt.
Dabei verfolgt die heilpädagogische Diagnostik einen systemischen Ansatz und bezieht möglichst alle zum Kind gehörigen Systeme (Bezugssysteme) mit ein.
Auf diese Weise ist es auch möglich, bereits bestehende Potentiale innerhalb eines Systems zu entdecken und zu aktivieren, die das Kind zusätzlich in seiner Entwicklung positiv unterstützen können.
So gelingt es, eine möglichst breite Perspektive auf Problemstellungen einzunehmen und den Blick nicht vorschnell diagnostisch zu verengen.
Verlauf einer heilpädagogischen Diagnostik
„Mein Ziel ist es, Ihr Kind in seinen Stärken und Schwächen zu erkennen und zu verstehen!“
Die heilpädagogische Diagnostik umfasst in der Regel fünf Behandlungsstunden und schließt mit der Entwicklung einer für Ihr Kind möglichst passgenauen Förderperspektive ab.
Ausführliches Beratungs- und Anamnesegespräch
Mit Ihnen als Eltern/Erziehungsberechtigte führe ich zu Beginn ein ausführliches Beratungs- und Anamnesegespräch.
Damit ich ein möglichst detailliertes Bild von Ihrem Kind erhalte, ist es wichtig, möglichst viele Informationen über die bisherige Entwicklungsgeschichte Ihres Kindes zu sammeln.
Dazu werden auch gegebenenfalls vorausgegangene Untersuchungen/Befunde/Erkenntnisse mit einbezogen.
Drei Termine für Ihr Kind
Kinder zeigen nicht immer, was sie können, weil die Beziehungsebene, aber auch häufig die Zeit dafür fehlt. Aus diesem Grund erfolgen drei Termine für Ihr Kind, die es zur heilpädagogischen Diagnostik in meiner Praxis verbringt. Dabei kommen verschiedene Elemente aus Spiel, Psychomotorik, der Arbeit mit Ton und sonstigen kreativen Ausdrucksmöglichkeiten zum Einsatz. Bei Bedarf ergänze ich mit zusätzlichen Testverfahren. Heilpädagogische Diagnostik ist meist spielerisch, Ihr Kind darf aktiv mitgestalten.
Manchmal kann ein zusätzlicher Termin sinnvoll sein, ebenso wie ein Besuch des Kindergartens oder der Schule Ihres Kindes. Dies geschieht nur nach vorheriger Absprache und mit Ihrer Erlaubnis.
Gemeinsames Abschlussgespräch
Im gemeinsamen Abschlussgespräch stelle ich Ihnen meine gewonnenen Erkenntnisse vor und bespreche mit Ihnen die weiteren Schritte, die für eine gute Entwicklung Ihres Kindes empfehlenswert sind.
Dabei ist selbstverständlich auch Raum für Ihre Fragen und Wünsche. Manchmal ist dafür auch ein weiteres Gespräch nötig.
Mein Ziel ist es, für Ihr Kind bedürfnisorientiert und individuell die bestmögliche Förderperspektive zu entwickeln – damit Ihr Kind, und auch Sie, wieder gestärkt, zuversichtlich und positiv in die Zukunft schauen können.
Mögliche Beobachtungsfelder in der heilpädagogischen Diagnostik:
- Körperwahrnehmung
- Gleichgewicht
- Kontrollierte Bewegung
- Grob- und Feinmotorik
- Auge-Hand-Koordination
- Konzentrationsvermögen
- Auditive Wahrnehmung
- Visuelle Wahrnehmung
- Selbstregulation
- Umgang mit Frustration, Frustrationstoleranz
- Spielentwicklung
- Soziale Interaktion
- Impulskontrolle
- Regelverständnis
- Handlungsplanung
- Problemlösestrategie
- Sprache
- Vorstellungsvermögen, Fantasie
- Abstraktes Denken
- Emotion
- …
(Inventar wird laufend ergänzt)
- KWT Kinderwelttest
- DES – Die Diagnostischen Einschätzskalen zur Beurteilung des Entwicklungsstandes und der Schulfähigkeit
- FEW-3 – Frostigs Entwicklungstest der visuellen Wahrnehmung
- Bunte Steine – mein Entwicklungshaus
- Diagnostische Inventare: Motorik (DMB), auditive Wahrnehmung (DIAS), Raum-Zeit-Wahrnehmung (RZI), Selbstkonzept (SKI)

